Eine Erfahrung mit Jesus – Predigt zum zweiten Fastensonntag – Lesejahr A

Ehrlich gesagt würde ich gerne auch so eine Erfahrung machen, wie die Jünger auf dem Berg!
Eine Stimme vom Himmel spricht und sagt mir, was ich schon immer erahnt habe: Jesus ist es, für den zu leben es sich lohnt.

Jesus hatte die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes mit auf den Berg genommen.
Es sind übrigens dieselben drei, die er auch in den Garten Getsemani mit nehmen wird.
Die Tradition lokalisiert das Geschehen auf dem Berg Tabor, der sich aus der Jesreel-Ebene im Norden Israels erhebt. 
Da hinauf nimmt Jesus den Petrus, Jakobus und Johannes mit.
Wie lang hat das Ereignis auf dem Tabor wohl gedauert?
Auf alle Fälle muss es eindrücklich gewesen sein.
Plötzlich sehen sie Jesus anders: nicht mehr so, wie sie ihn zu kennen meinten.
Und dann kommen auch noch Mose und Elija dazu. Die reden mit Jesus. 

Die Propheten stehen für die ganze Heilsgeschichte, in die Jesus mit dem Ereignis eingeordnet werden kann. 
Die Jünger sind erstaunt und verdattert. Und Petrus, den wir ja als den Praktiker kennen, der aber gerne den Mund etwas voll nimmt und der oft erst redet und dann nachdenkt, bietet Jesus an, drei Hütten zu bauen. Ein irgendwie schräger Vorschlag. Aber aus seinen Worten spricht für mich auch die Sehnsucht, diesen Moment festhalten zu wollen.

Und es kommt noch besser: Plötzlich kommt die leuchtende Wolke und die Stimme, die Jesus als den Sohn Gottes, den Messias offenbart, auf den sie hören sollen. Die Jünger fürchten sich und werfen sich mit dem Gesicht zu Boden, so wie es Mose am brennenden Dornbusch getan hatte, als Gott zu ihm sprach.
Auch Elija war Gott begegnet und hatte sein Gesicht verhüllt, als er ihm vor der Höhle begegnet war.

Gefürchtet hatten sich die Jünger. 
Nach dem Erstaunen, dem Hochgefühl und dem Wunsch den Augenblick festzuhalten kommt auch noch die Furcht.

Doch Jesus tritt zu ihnen, berührt sie und sagt zwei wichtige Sachen: Steht auf und fürchtet euch nicht.

Wie die Erscheinung gekommen war, so war sie auch wieder verschwunden.
Dann, beim Abstieg vom Berg weist Jesus sie an, erst nach seiner Auferstehung davon zu erzählen.

Das Tabor-Erlebnis.
Hatten Sie das vielleicht auch schon?
Eine Erfahrung mit Jesus, einen Moment, in dem mir klar war, dass ER es ist, einen Eindruck, den ich nicht einordnen konnte, in dem mir aber zuinnerst ein Licht aufging.
Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dann habe ich IHN, Jesus, ja auch schon erlebt. Vielleicht nicht so spektakulär, wie die drei Jünger auf dem Tabor, aber dennoch habe ich IHN erlebt.
Und Sie, liebe Schwestern und Brüder, haben Sie IHN nicht auch schon erlebt und erfahren?

Erzeugen können wir solche Erlebnisse und Erfahrungen nicht.
Aber ich bin überzeugt, wir machen Erfahrungen mit Jesus. Manchmal kleiner, manchmal größer. Meist wird uns erst im Nachhinein klar, dass da Jesus am Werk war. Aber wir machen Erfahrungen mit IHM.
Erfahrungen seiner Nähe, Erfahrungen seiner Hilfe, Erfahrungen seines Trostes, Erfahrungen seiner Gegenwart.

Und wenn wir uns diese Erfahrungen weitererzählten, dann würden wir uns gegenseitig im Glauben bestärken, und wir würden zurecht zu dem, was uns die Bibel erzählt noch weiteres hinzufügen.
Und wir würden spüren und erfahren, dass der Glaube an Jesus Christus nicht nur ein für wahr halten einer Lehre ist, sondern eine lebendige Beziehung, eine Wirklichkeit, die wir täglich erfahren.

Erlauben Sie mir, dass ich Ihnen eine von meinen Erfahrungen erzähle:
Ich war mit Jugendlichen auf einer Wallfahrt in den Bergen Mittelitaliens. Die jungen Christen hatten den Tag vorbereitet. Und es war geplant, dass wir in einer verlassenen Einsiedelei die Messe miteinander feiern.
Als wir schon auf dem Weg waren und ich überlegte, ob ich auch wirklich alles dabeihabe, was man für die Messe braucht, da fiel mir ein, dass ich den Wein vergessen hatte. – So ein Mist!
Gemeinsam mit Theresa, die den Gottesdienst mit vorbereitet hatte, habe ich dann zu Jesus gesagt: Wenn DU willst, dass wir nachher die Messe feiern, dann musst Du uns einen Wein organisieren.
Vielleicht wäre ja bei der Einsiedelei eine Wirtschaft. – Es war keine da.
Die Einsiedelei bestand aus zwei Räumen: der Kapelle und dahinter ein kleiner Raum. In dem Stand ein Stuhl, an der Wand lehnte ein Besen und unter dem Stuhl stand – eine geöffnete Weinflasche.
Ich bin überzeugt, die hat uns kein geringerer als Jesus dort hingestellt.

Wir machen Erfahrungen mit Jesus.
Kleine und manchmal sogar größere.

Wir glauben ja an den lebendigen JESUS CHRISTUS, den Sohn Gottes, der auch heute in unserem Leben gegenwärtig ist und wirkt.

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