Seifenblasen – Predigt zum 18. Sonntag im Jahreskreis

Seifenblasen!, nichts als Seifenblasen!
So ließe sich das hebräische Wort (הֲבֵ֤ל הֲבָלִים֙) (Koh 1,2) mit einem treffenden deutschen Wort ins Heute übertragen. (Andere Übersetzungen aus dem Hebräischen)
37 mal kommt dieses Wort im Buch Kohelet vor und wird auch in der neuen Einheitsübersetzung mit „Windhauch“ übersetzt. Luther übersetzte es mit „eitel“ im Sinne von „nichtig“ und „vergeblich“.
Mag alles auch nichtig und vergänglich sein, so ist das Leben für Kohelet keineswegs sinnlos. Das Leben hat durchaus einen Sinn, den es zu entdecken gilt. Doch was bleibt vom Leben? (bibleworld.de)

Die gleiche Frage stellt Jesus dem Mann im Evangelium: „Wem wird dann (wenn du gestorben bist) all das gehören, was du angehäuft hast?“ (Lk 12,20b)
Eine Frage, die sich auch jedem von uns stellt. „Was wird aus dem, was du geschafft und geschaffen hast, werden?“ Und: „Was bleibt?“

Denn es sind alles nur Seifenblasen.
Übrigens mag ich Seifenblasen. Besonders die großen, die Künstler bisweilen auf der Bühne oder bei Festen in beeindruckender Weise entstehen lassen.
Doch sie sind nicht von Dauer. Nur ganz kurze Zeit können wir uns an ihrer Form und ihren Farben erfreuen. Und es bedarf nicht einmal eines kleinen Stupsers und sie zerplatzen und sind weg. Was von ihnen bleibt, ist nur die Erinnerung. Und dort, wo sie zu sehen waren, vielleicht ein kleiner Tropfen Seife auf dem Boden.

Die Seifenblasen festzuhalten, ist unmöglich. Den der es versucht, kann man zu recht einen Narren nennen.
Auch Jesus tut das in dem Gleichnis: „Du Narr! Noch in dieser Nacht wird man dein Leben von dir zurückfordern. Wem wird dann all das gehören, was du angehäuft hast?“ (Lk 12,20)

Und mit seiner Erklärung „So geht es jedem, der nur für sich selbst Schätze sammelt, aber vor Gott nicht reich ist.“ (Lk 12,21) macht Jesus deutlich, dass es im Leben darauf ankommt, für den Richtigen 
Schätze zu sammeln. Denn auch wir selber sind vergänglich. Es ist keine Drohung, sondern eine nüchterne Feststellung: Wir alle werden – früher oder später – sterben.
Und dann stellt sich für jede und jeden die simple Frage: Was kannst du mitnehmen?
Materielles sicher nicht!
Ideen und Pläne? – Wohl auch nicht!

Und wenn wir Gott gegenüber stehen, wird deutlich werden, was wir vor Gott gelten.
Und da wird es nicht ums „Haben“ gehen. Vielmehr um das „SEIN“.
Wir sind ja SEINE Geschöpfe, SEINE Ebenbilder, SEINE Kinder.
Wird vor Gott nicht der reich sein, der als sein Geschöpf, als sein Ebenbild, als sein Kind gelebt hat?

Ich frage mich: Lebe ich als sein GeschöpfLebe ich als sein EbenbildLebe ich als sein Kind?

Oder haben Sie noch etwas anderes, das Sie vor Gott reich macht?


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