Es geht um’s Ganze – Predigt zum 3. Fastensonntag

Drastische Bilder legt uns das Evangelium vor.
Bei beiden geht es um Leben und Tod!

Zuerst die beiden Unglücksfälle, die nicht nur den Zeitgenossen Jesu, sondern auch uns die Vergänglichkeit und Gefährdetheit jedes menschlichen Lebens vor Augen stellen.
Jesus macht auf sehr drastische Weise deutlich, dass wir uns nicht in Sicherheit wiegen dürfen.
Umkehr ist angesagt und Bekehrung, auch dann, wenn ein Unglück noch gar nicht ins Haus steht.

Der Ausruf „Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn Ihr euch nicht bekehrt“ (Lk 13,3.5), den Jesus jeweils am Ende jedes Beispiels platziert, ist weniger eine Drohung, als vielmehr eine Feststellung. Nicht nur die Opfer der Katastrophen waren Sünder: „Ihr seid es auch!“ Und deshalb ist es für den willigen und klugen Zuhörer angeraten, sich nicht nur glücklich zu schätzen, dass er vom Unglück verschont geblieben ist, sondern auch die deutliche Mahnung, die Gelegenheit zur Umkehr zu nutzen, um dem Unheil, dem Tod, zu entgehen.

Die Frage, die Jesus eigentlich aufwirft ist die: Nehmt Ihr das Leben ernst? Habt Ihr verstanden, dass es ums Ganze geht? Um etwas Großes, nämlich um nichts Weniger als euer Leben und das Gelingen eures Lebens? Es geht um Leben und Tod, um alles oder nichts!

Im zweiten Teil, dem Gleichnis vom Feigenbaum taucht genau die gleiche Frage auf. Es geht wieder um Leben und Tod!
Schon Jahre lang war das Leben des Baumes fruchtlos geblieben. Umsonst hat der dem Boden die Kraft entzogen und dabei keine Früchte gebracht. „Hau ihn um!“ (Lk 13,7) befielt der Gutsbesitzer, den wir in der Deutung wohl getrost mit Gott gleich setzen dürfen.

Gott, den ich mir gar nicht als so radikalen Ausmerzer vorstellen mag, – der aber sicher Früchte sehen möchte. Sie und ich, die wir uns wohl mit dem Baum identifizieren können, sollen nicht nutzlos in den Tag hinein leben. Nicht wie Schmarotzer nur ausnutzen, was uns zur Verfügung steht, sondern Frucht bringen. Und auch ich selbst möchte ja nicht nutzlos sein und als Schmarotzer gelten. Ich will ja Frucht bringen.

Und dann ist da noch der Weingärtner, der als Fürsprecher sich für den Baum einsetzt, der bereit ist noch einmal einige Mühe aufzubringen für einen letzten Versuch.
Es ist Jesus selbst, der uns noch eine letzte Chance verschaffen und mit der nötigen Kraft und Hilfe ausstatten möchte, damit unser Leben nicht sinnlos vertan ist und am Schluss nichts sinnvolles davon übrig bleibt.

Es geht in beiden Teilen des Evangeliums dieses Sonntags ums Ganze, um das Gelingen oder das Misslingen unseres Lebens.
Es geht darum ob unser Leben fruchtbar ist oder nicht.

Und Jesus macht sehr drastisch deutlich, dass ein fruchtloses Leben wertlos ist.
Es geht um die Fruchtbarkeit und Gelingen des Lebens.

Wenn Sie bei Google den Begriff „Fruchtbarkeit“ eingeben, dann kommen sie auf unzählige Seiten,
in denen es um die Zeugung von Nachkommenschaft geht, also um die körperliche und biologische Fruchtbarkeit.
Und in der Tat: Ein Baum ist dann fruchtbar, wenn er Früchte bringt, die dann wieder Same sind für neue Bäume. Dass wir die Früchte auch essen können, ist ja biologisch gesehen nur ein Abfallprodukt der Reproduktion.
Rein naturwissenschaftlich und biologisch gesehen ist Fruchtbarkeit also die Erzeugung von Nachkommen.

Auch alttestamentlich gesehen ist Nachkommenschaft Zeichen für den Segen Gottes und sicher ein Zweck menschlichen Lebens: „Seid fruchtbar und vermehrt euch…“ ist Gottes Auftrag an die Menschen schon bei ihrer Erschaffung (Gen 1,22.28).

Aber Fruchtbarkeit ist noch viel mehr als viele Kinder in die Welt zu setzen:
Der Apostel Paulus zeigt im Galaterbrief die Früchte eines christlichen Lebens auf, eines Lebens aus dem Geist Gottes: „Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ (Gal 5,22f). Diese Früchte bringt, wer – mit Paulus gesprochen – aus der Gnade Gottes lebt, die uns in Jesus Christus begegnet. Früchte wie Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung bringt – mit dem Evangelium gesprochen – der hervor, der sich von Jesus Christus „düngen“ lässt, der sein Leben und seinen „Mutterboden“ von IHM bearbeiten und umkrempeln lässt.

Fruchtbar kann unser christliches Leben also nur werden, wenn wir es ganz von Gottes Kraft, von Jesu Wort und Wirken durchdringen lassen.

Liebe Schwestern und Brüder!
Es geht um ALLES ODER NICHTS!
Es geht um unser LEBEN!
Es geht um unsere FRUCHTBARKEIT!

Ganz von selber, oder gar aus uns selbst heraus, können und werden wir sie nicht haben! Nicht das LEBEN und nicht die FRUCHTBARKEIT. Aber durch CHRISTUS, durch GOTTES GNADE,
durch SEIN veränderndes und alles umkrempelndes WORT, können wir sie erlangen.
Die Fastenzeit will uns dazu wieder die Gelegenheit geben.
Das Evangelium dieses Sonntags will uns daran erinnern, dass unsere Zeit begrenzt, die Zahl unserer Chancen nicht endlos ist.
Nutzen wir also diese Zeit!
Gehen wir MIT Christus!
Lassen wir uns von IHM Kraft geben durch die Sakramente, vor allem die Eucharistie und die Buße!
Lassen wir uns auf SEIN WORT ein und unser Leben von IHM verändern!
Dann werden wir fruchtbar sein und leben!

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