Wer Jesu Gebote hat und hat, der kann IHN erfahren – Predigt am 6. Sonntag in der Osterzeit

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)

Die Gebote sollen wir also halten.
Oh je!
Das klingt nach Vorschrift, nach Verbot, nach Spaßverderben.

Es fallen mir sofort die Zehn Gebote ein:
Wie waren die nochmal?
Du sollst ….
keine anderen Götter neben mir haben
den Namen Gottes nicht missbrauchen
den Sabbat heiligen
Vater und Mutter ehren
nicht töten
nicht die Ehe brechen
nicht stehlen
kein falsches Zeugnis geben
nicht begehren deines Nächsten Frau
nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt;“ (Joh 14,21a)
Und dem werde ich begegnen. So hatte es Jesus versprochen.

Halten Sie die Gebote? Halte ich die Gebote?
Natürlich bringe ich keinen um.
Auch Vater und Mutter ehre ich.
Und auch die Ehe breche ich nicht.
Aber eines der Gebote halten Sie vermutlich genauso wenig wie ich: Das dritte, den Sabbat zu halten. Also am Samstag nicht zu arbeiten, nicht Auto zu fahren, kein Licht zu machen. So wie es eigentlich in der Bibel steht.

Vielleicht ist da noch ein anderes Gebot, an das ich mich nicht genau gehalten habe.
Vielleicht das mit dem Begehren…?

Ist das also der Grund, weshalb ich oft den Eindruck habe, dass Jesus weit weg ist?

HALT!

Wir haben da zwei Fehler gemacht:
Der erste ist, dass wir wieder einmal nicht genau hingehört haben auf das was Jesus wirklich gesagt hat, sondern an einem einzigen Stichwort, nämlich dem Wort „GESETZ“
hängen geblieben sind.
Und der zweite Fehler ist, dass wir in der Folge mit unserem kleinkarierten Denken an Gottes Wort herangegangen sind und einen Umkehrschluss gemacht haben.

Diese beiden Fehler machen wir oft. Viel zu oft.
Nicht genau hinzuhören.
Und über alles unsere Denkmuster zu legen.

Hören wir noch einmal genau auf Jesu Worte:
„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)

Über Leute, die sich nicht an irgendwelche Gebote halten, sagt Jesus hier gar nichts.
Den Umkehrschluss, den viele Menschen immer wieder machen, den macht Jesus nicht:
Der würde ja heißen: Wer die Gebote nicht ganz genau hält, dem zeigt sich Jesus nicht.
Davon ist nicht die Rede.

Die Rede ist nur davon, dass dem, der sich an Jesu Gebote hält, sich Jesus zeigt.

Der Umkehrschluss steht nicht da.
Und generell gibt es den Umkehrschluss zwar in unserem Denken, aber bei Jesus gibt es den nicht.
Wir sind ja nicht selten dabei Erbsen zu zählen, genau nachzurechnen und scharf zu kalkulieren, damit wir ja „gerecht“ behandelt werden.
So denken wir. Jesus denkt nicht so!

ER sagt ja lediglich:
„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)

 

Und dann schauen wir noch einmal ganz genau hin:
Von welchen Geboten spricht Jesus?
„Wer meine Gebote hat und sie hält“

Jesus sagt zwar von sich, dass er nicht gekommen sei, das Gesetz und die Propheten aufzuheben, sondern zu erfüllen. (vgl. Mt 5,17)

Als SEIN Gebot fällt mir nur eines ein: Es steht wie das Evangelium des heutigen Sonntags im Johannesevangelium ein Kapitel vorher:

„Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben.“ (Joh 13,34)

Das Evangelium vom heutigen Sonntag klingt auf diesem Hintergrund wie eine Verheißung:
„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)

 

Wenn wir einander lieben, dann wird Jesus auch uns lieben und sich uns Jesus offenbaren.

Den Mitchristen zu lieben und von ihm geliebt zu werden, bewirkt nicht nur eine Begegnung zwischen diesen beiden Christen.
Es ist nicht mehr nur eine menschliche Angelegenheit, sondern GOTT tritt in diese Begegnung ein und Jesus verspricht, sich in dieser Begegnung zu offenbaren.

„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)

Sein Gebot lautet: „Liebt einander!“
Wenn wir das tun, dann wird sich Jesus uns zeigen.

Liebe Schwestern und Brüder!
Schon oft habe ich das erfahren dürfen.
Wenn ich mit Anderen Christen, mit Freunden, Mitbrüdern oder Mitarbeitern in dem Geist Gebotes Jesu „Liebt einander!“ zusammen war,
dann stellte sich eine Ruhe, eine Sicherheit, eine Freude, eine Gelassenheit, eine Zuversicht ein, die für mich eindeutige Zeichen für die lebendige Gegenwart Jesu sind.

Ja wir können erleben, dass es stimmt was Jesus sagt:
„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21)

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