Gib uns ein neues und reines Herz – Predigt zum 6. Sonntag im Jahreskreis C

Gott, du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.

So habe ich vorhin im Tagesgebet gebetet.

Ein neues und eines Herz, das bereit ist, Gott aufzunehmen.

Der, dessen Herz sich von Gott abwendet – so haben wir aus dem Buch des Propheten Jeremia gehört – der, dessen Herz sich von Gott abwendet, wird verflucht, wird veröden und verdorren.
Das Leben wird ihm schwinden. Er wird keine Zukunft haben.

Ganz anders der, der sein Herz an Gott hängt, der auf Gott vertraut und seine Hoffnung auf IHN setzt: „Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen.“ (Jer 17,8)

Das führt mich unweigerlich zu der Frage: Woran hängt MEIN Herz? Worauf setze ICH meine Hoffnung?

„Gib uns ein NEUES und REINES Herz, das bereit ist, dich aufzunehmen.“ Hatte ich im Tagesgebet gebetet.

Wenn ich ehrlich bin: ertappe ich mich nicht auch dabei, mein Herz an Dinge, zu hängen, die weniger sind als Gott, die von Gott wegführen, die IHM entgegen stehen?
Hand aufs Herz: Vertraue ich Gott? Oder doch mehr dem, was Menschen gesagt oder gemacht haben?

Ich frage mich das oft bei unseren Fürbitten:
Vertrauen wir Christen wirklich Gott, dass ER etwas tut, dass ER zu Seinem Wort steht.
Glauben wir, dass Gott Gutes für uns bewirken kann und Gutes bewirken wird?
Ich ehrlich gesagt tue mir da nicht selten schwer.

Ich vertraue da lieber meiner eigenen Erfahrung, der Technik oder dem was ich gelernt habe.
Dabei habe ich eigentlich noch nie die Erfahrung gemacht, dass mich Gott hätte hängen lassen.
Obwohl ich ein sündiger Mensch bin, ein Mensch mit Schwächen und Fehlern, hat mich Gott noch nie abgewiesen oder im Stich gelassen.
Sicher: er hat mir schon manchmal etwas zugemutet, mich auf die Probe gestellt, mich nicht vor Versuchungen bewahrt. Aber hängen lassen hat er mich nie.

Warum tue ich mich dann trotzdem schwer ganz auf IHN zu vertrauen?
Weil in meinem Herzen doch noch dunkle Punkte und Schatten sind, die mir zuflüstern: „Gott wird dich hängen lassen!“ „So wie Du bist, kann er Dich doch unmöglich lieben!“ „Schau Dich doch an, mit Deinen Schwächen!“

Das ist die Stimme, die uns von Gott wegführen, die uns das Leben nehmen und uns unfruchtbar machen will.
Aber Gott möchte, dass wir leben. Gott möchte, dass wir wachsen. Gott möchte, dass wir fruchtbar sind.

„Gesegnet der Mensch, der auf den HERRN vertraut und dessen Hoffnung der HERR ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und zum Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, er hört nicht auf, Frucht zu tragen.“ (Jer 17,7f)

Wenn es uns selber schwer fällt, auf Gott zu vertrauen, wenn die dunklen Punkte das Kommando übernehmen oder sich ausbreiten wollen, dann ist es Zeit zu beten:

Gott, du liebst deine Geschöpfe,
und es ist deine Freude,
bei den Menschen zu wohnen.
Gib uns ein neues und reines Herz,
das bereit ist, dich aufzunehmen.

Amen.

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