Wir sind gekommen um IHM zu huldigen – Predigt am Fest der Erscheinung des Herrn

„Wir haben seinen Stern (im Osten) aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.“ (Mt 2,2) Mit diesen Worten im Mund stellen sich die Sterndeuter vor, die aus dem Osten nach Jerusalem gekommen waren und nach dem neugeborenen König der Juden suchten.

Heute seid Ihr Sternsinger hier und Ihr alle und ich. Wir sind heute hier, um den zu loben und dem Lieder zu singen, dessen Stern am Weihnachtsfest aufgegangen ist. Auch wir „sind gekommen, um ihm zu huldigen“. (Mt 2,2)

Ihm huldigen?
Das Wort, das hier im Matthäusevangelium verwendet wird, „προσκυνεῖν“, bedeutet sich niederwerfen, sich klein machen vor dem, dem die Huldigung zuteilwerden soll. Das kannte man im Zeremoniell antiker Königshöfe. Den körperlichen und sichtbaren Ausdruck findet dabei die Huldigung, wenn man sich klein macht vor dem, der größer und mächtiger ist.
Wenn man Muslimen beim Gebet zuschaut, dann kann man dieses Kleinmachen ganz schön sehen: sie knien auf ihrem Gebetsteppich und berühren mit dem Gesicht den Boden. Sie wollen so zeigen, dass Gott groß, und sie selbst ganz klein sind.

Auch wir „sind gekommen, um IHM zu huldigen“. (Mt 2,2)
Wir huldigen Jesus, der sich für uns ganz klein gemacht hat, der für uns ein kleines Kind geworden ist und sich für uns hat in die Krippe und später sogar aufs Kreuz legen lassen.

Wie können wir IHM HULDIGEN?

(Chiara Lubich, die Gründerin der Fokolarbewegung sagt dazu:)
„Es ist die innere Haltung, allein auf ihn ausgerichtet zu sein. IHM HULDIGEN, – Gott anbeten – heißt, Gott zu sagen: ‚Du bist alles‘, ihn also als denjenigen anzuerkennen, der ER ist. …
Es gibt einen sicheren Weg, um mit unserem Leben, von dem wir wissen, dass es klein ist, die Größe Gottes verkünden zu können: 
Um selbstbezogenen Gedanken keinen Raum zu geben, reicht es aus, an Gott zu denken und uns seine Gedanken zu eigen zu machen, die wir im Evangelium finden. 
Um egoistischem Streben keine Chance zu lassen, genügt es, den Willen Gottes zu tun, wie er sich uns Moment für Moment zeigt. 
Um unsere ungeordneten Gefühle zu bekämpfen, ist es ausreichend, die Liebe zu Gott im Herzen zu tragen und unsere Mitmenschen zu lieben, indem wir ihre Sorgen, Mühen, Probleme und Freuden teilen.
Wenn wir beständig ‚Liebe sind‘, leben wir nicht mehr für uns selbst – fast, ohne die damit verbundene Mühe zu spüren. Durch diese Art, ‚Nichts zu sein‘ bezeugen wir die Überlegenheit Gottes. Er ist alles für uns, und wir können ihn wahrhaft anbeten, uns allein vor ihm niederwerfen.“

Noch einfacher gesagt:
Wir können Gott HULDIGEN, indem wir uns immer wieder sagen: „Gott, Du bist groß!“.
Wir können Gott HULDIGEN, indem wir in möglichst jeder Situation überlegen: „Wie würde Gott es machen?“
Wir können Gott HULDIGEN, indem wir uns Fragen: „Was ist Gottes Wille?“ und entsprechend handeln.
Wir können Gott HULDIGEN, indem wir IHN im Herzen tragen und unsere Mitmenschen lieben, ihre Sorgen, Mühen, Probleme und Freuden teilen.

Dann helfen wir mit, die Größe Gottes zu zeigen, der selbst bereit war, ganz klein zu werden. Dann werden wir auch unserer Würde als Christen entsprechend leben.

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